Zurück vom LinuxDay2009 in Klagenfurt
Ich weiß ja schon seit einer Weile, dass es in Klagenfurt an der Uni manchmal so Linux-Veranstaltungen gibt. Bisher erfuhr ich davon eher im Nachhinein, oder musste arbeiten. Nun heute jedenfalls habe ich mich zum Linux Day 2009 hinbemüht. Mein Fazit: eher gemischte Gefühle.PRO
Erstmal finde ich es natürlich toll dass man sich die Mühe macht so etwas überhaupt auf die Beine zu stellen und gemessen am Standort Klagenfurt war das Programm an sich nicht schlecht. Die Idee mit den Ständen wo so Projekte vorgestellt werden is an sich gut, mir gefällt auch die Zusammenarbeit mit der HTL und das da viele junge Leute waren die doch ziemlich stolz ihre Sachen präsentiert haben - was irgendwie den lebendigen Aspekt des selbst-rum-werkelns und ausprobierens den ich ganz fest mit Linux verbinde zum Ausdruck gebracht hat.
Mich persönlich interessiert haben von den ca. 15 Vorträgen ingesamt 4, von denen leider jeweils 2 parallel zueinander statt fanden, ich kam also nur in den Genuss von zwei Vorträgen die ich an sich aber sehr informativ fand.
CONTRA
Etwas hat bei der ganzen Veranstaltung allerdings völlig gefehlt und das war leider genau das, was Linux aus meiner Sicht überhaupt erst ausmacht: Community. Die Veranstaltung war aus meiner Sicht der Dinge so überhaupt nicht Linux. Im Gegenteil, die Aufmachung war sehr kommerziell. Wie ein Konsument bei einer gewöhnlichen Messe kommt man hin und gafft. Man sieht sich die Stände an, konsumiert ein paar Vorträge, aber das was Linux ausmacht war schlichtweg nicht da: Interaktivität.
Sicher hat man mit den Leuten an den Ständen reden können, aber ehrlich gesagt waren da für die drei Stunden die ich da war alle durchgehend mit jemandem beschäftigt. Leider waren da auch nit wirklich Geschichten dabei die mich vordergründig interessiert hätten - was auch nicht so schlimm wäre, weil man es nie allen Recht machen kann - von einer Linux Veranstaltung hätt ich mir aber zumindest erwartet dass ich ins Gespräch mit anderen Linux-Benutzern komm und das sich da wie in einer Community eben etwas entwickelt.
Was mir gefehlt hat war ganz was simples: Linux-Leute. Wo du gewusst hast du kannst dich dazusetzen und dann kommen so ganz übliche Fragen wie "Welche Distro habtsn ihr?", oder "Kennst du schon .." oder "Ich hab da letztens was gehört" oder "Habt ihr schon davon gelesen .." oder "Ich hab da jetzt ein Projekt am Laufen" usw. Soziale Interaktion eben, eine Lounge, etwas wo man sich mit Anderen austauschen oder einfach mal ins Gespräch kommen kann, wo man Leute kennen lernt und das nächste mal wieder hingeht um sie wieder zu sehen und herauszufinden was sich bei denen so getan hat - das hat völlig gefehlt - eine Plattform, ein Forum - irgendsowas.
Stattdessen wirkte die Geschichte auf mich sehr eigenbrötlerisch und dass sie einfach so in den Uni-Alltag eingebettet war hat ihr nicht wirklich geholfen. Ich hab den Vortragsraum "Z.1.09" zum Beispiel ewig lang nicht gefunden und jeder den ich gefragt hab hat mich in eine andere Richtung geschickt. Er war ziemlich weit vom HS2 entfernt wo der andere Teil der Vorträge statt fanden. Die Stände waren da in so einem Durchgang der immer so voll war dass du von den Ständen nit wirklich was mitgekriegt hast.
Ich bin da irgendwie rein, bin ein paar mal auf und ab gelaufen hab dann die beiden Vorträge gehört, bin dann nochmal zu den Ständen und dann wars mir zu blöd - ich hatte "fertig konsumiert" - und bin gegangen. Ich hätte nicht erwartet dass ich mich auf einer Linux-Veranstaltung je so deplaziert fühlen werde. Dass die ganze Veranstaltung irgendwie so eine Lehrer-Schüler-Beziehung ausgestrahlt hat und nicht wie bei Linux üblich ein Alle-sind-auf-einer-Ebene-Ambiente und tauschen sich untereinander aus hat mir auch nicht gefallen. Irgendwie schade.
Veröffentlicht am Mittwoch, 18. März 2009 um 13:46
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