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Post mortem?

12. November 2008

Heute war rechts auf der ersten Doppelseite der Kleinen Zeitung eine Reportage über das Briefträgerleben heute, wie ich finde ein Sinnbild unserer gesellschaftlichen Schieflage:

Während man nämlich früher die Strecken ablief und die Zeit und den Aufwand maß den ein Briefträger auf seiner Strecke hatte, wird das heute von einer Software genau festgelegt. Mehr als doppelt so viele Haushalte muss der Briefträger in der Reportage dadurch heute beliefern als noch vor 20 Jahren.

Die Post geht auf Konzernkurs und Konzernen fällt bei Finanzproblemen nichts Besseres ein als Leute zu entlassen und unrentable Konzernteile abzustoßen, was bei regulären Firmen auch logisch scheint. Das dass dass aber bei der Post genauswenig funktionieren kann wie etwa bei Wasser sollte einem der Hausverstand sagen, handelt es sich ja um eine Grundversorgung der Bevölkerung und die Grundversorgung – so meine bescheidene Meinung – muss nicht profitabel sein nur RENTABEL.

Zu den weiteren Strecken kommt außerdem noch das wesentlich höhere Aufkommen von Werbematerial, das er da mehr oder weniger umsonst rumschleppen darf weil dass eh schon fast jeder wegschmeißt – es ist einfach zuviel.

Was mich allerdings wirklich schockiert, ist wie berichtet wird dass Postler schon um 5 aufstehen müssen weil sie in der regulären Zeit ihre Routen nicht schaffen, dass sie Überstunden machen müssen und diese nicht gezahlt bekommen und teilweise Briefträger mit Ihren Kindern zu Hause die Prospekte falten bzw. dass von ihnen erwartet wird, dass sie die Briefsendungen schon vorher in ihrer Freizeit aufbereiten.

Das erinntert mich an die eh nur zwei Wochen wo ich Mal beim Billa an der Kassa gearbeitet habe und am Wochenplan schon von vorneherein eingeplant wurde dass ich Überstunden machen werde die selbstverständlich nicht bezahlt worden wären.

Heute muss alles Profit abwerfen und Reiche reicher machen, und das der Basis der Bevölkerung das Geld ausgeht interessiert keinen mehr. Einfach toll.

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